| Scheda | 7 |
| Nome immagine | mudima_7.jpg |
| Materiale | Holz, Silber, Kupfer |
| Autore | unbekannter süditalienischer Silberschmied |
| Datazione | zweite Hälfte des XV. Jh. |
| Provenienza | Kapitelsäle der Kathedrale von Altamura |
| Bibliografia | Bruno 1994, S. 69; Pupillo 2007, S. 89; Boraccesi 2016, S. 74-75. |
Armreliquiar
Das Reliquiar wurde aus Silber angefertigt. Es stützt sich auf einer mehrlappingen Grundplatte bestehend aus Metallfolien, die auf einer hölzernen Armatur angebracht wurden. Es ist frei von dekorativen Elementen, mit Ausnahme des Randes, der mit Linien und Riffellungen verziert ist. Der Schaft trägt einen facettierten Knoten in der Mitte. Der äußere Teil ist an einem kreisförmigen Träger verschweißt, der mit einer Girlande besetzt ist. Mit einer Schraube wird der gesamte Arm auf dem Träger befestigt. Der Arm ist darüber hinaus mit einem Schloss bestückt, das jedoch nicht mehr funktioniert. Das dekorative Laubmuster der Unterseite wiederholt sich am Saum des Ärmels am Handgelenk. Die Hand weist heute mehrere Dellen auf. Ihre Haltung zeigt mit ausgestrecktem Zeigefinger den Himmel. Entfernt man den Arm, so erscheint eine kleine Hülle aus Silber mit Rundbögen und einer hemisphärischen Kuppel, das von einem Kreuzchen überragt wird. Die Hülle wird von einem niedrigen goldenen Zylinder gestützt, auf dem abwechselnd eine Ranke und Palmblätter eingraviert sind. Sie fungiert auch als Aufbewahrungsort des Knochenfragments, das traditionsgemäß Johannes dem Täufer zugeschrieben wird. Die Untersuchung des Werkes zeigt einen nachträglichen Eingriff: eine Lötung am Verbindungspunkt zwischen dem Schaft und der Grundplatte, auf der der Arm befestigt wird. Die Anwesenheit einer solchen Wiederherstellung lässt vermuten, dass das Reliquiar ein pastiche ist, d.h. eine Zusammensetzung von zwei verschiedenen Teilen. Dank eines zeitgenössischen Inventars im Provinzarchiv De Gemmis, kann die Zugehörigkeit zum Domkapitel seit 1596 bezeugt werden. Giuseppe Bruno gibt einen nicht dokumentierten Hinweis auf die Herkunft des Reliquiars, indem er ein Manuskript des Kanonikers Nicola Gesualdo von 1912 in Erwägung zieht: „[...] zur Zeit der Kreuzzüge wurde es von einem Kreuzritter aus dem Orient mitgebracht und dann im Heiligtum von Santa Maria di Leuca untergebracht. Von dort aus hat einer der Feudalherren es mitgenommen und es dieser Basilika geschenkt [...] (Bruno1994, S. 69)." Giovanni Boraccesi (2016, S.74-75) schlägt vor die Datierung des Reliquiars auf das frühe XV. Jahrhundert vorzulegen und dokumentiert auch, dass der Goldschmied Michele Maggi im Jahre 1884 die Reinigung und die Restaurierung vornahm. Obwohl die Punzen und die Widmungen fehlen, kann die Datierung des Reliquiars auf etwa die zweite Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts festgelegt werden. Dies basiert sich auf eine Stilanalyse, die uns auf die letzten spätgotischen Zeugnisse führt und auf einen Vergleich mit ähnlichen Arbeiten: darunter z.B. das Armreliquiar des hl. Stephanus in der Kirche des hl. Erasmus von Santeramo in Colle, das des hl. Blasius und hl. Johannes von Matera in der Kathedrale von Matera (vgl. Argenti in Basilicata 1994, S. 44-49).



