Scheda6
Nome immaginemudima_6.jpg
MaterialeHolz, ziseliertes und getriebenes Silber
AutoreIgnazio Nasta neapolitanischer Silberschmied
Datazioneerste Hälfte des XVIII. Jh.
ProvenienzaKapitelsäle der Kathedrale von Altamura
PunzoniI + N; N * A / C; Gekrönter NAP [.]

Kanontafeln

Die Kanontafeln bestehen aus getriebenen Folien auf einem Holzträger. Der gemischtlinige Rahmen wird von einem rhythmischen Gewirr von blättrigen Voluten geschmückt. Laut dem Historiker Barin, sind sowohl der Name "Kanontafeln", als auch die ältere Version "Tabelle der Geheimnisse" (ita. tabella delle segrete) unpassend. Eine einzelne Tafel mit dem Incipit des Johannesevangeliums, wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts benutzt und am Fuße des Kreuzes aufgestellt. Der hl. Karl Borromäus verordnete "late aliquanto amplius pateat quam longe". Der Brauch, eine Serie von drei Tafeln zu schaffen (heute bekannt als Kanontafeln), stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die kleineren enthielten in cornu Evangelii das oben genannte Incipit, in cornu Epistolae den Psalm Lavabo und manchmal sogar das Gebet der Vereinigung. Die größte gab zwölf, manchmal vierzehn, Gebete wieder, die mit dem Gloria begannen, von dem sich der italienische Name (cartegloria) ableitet (vgl. Argenti in Basilicata 1994, S. 104-105). Auf der mittleren Kanontafel kann man unten eine Triade geflügelter Cherubköpfe in einer Ädikula sehen. Diese ist von zwei Voluten umgeben, die durch eine Muschel verbunden werden. An der Spitze wird die Dreifaltigkeit dargestellt: man erkennt die Figur des auferstandenen Christus, der das Kreuz umfasst. Das Kreuz wird von einem Heiligenschein mit abwechselnd langen und kurzen Strahlen umgeben. Der segnende Gottesvater steht neben dem Kreuz und die Taube des Heiligen Geistes befindet sich zwischen Gott und Jesus. Auf dem Sockel liest man die Inschrift: "SUB ADMINIST: NE R. / D. VITI ANGEL CRISTAL". Auf dem rechten Fuß liest man NAP gekrönt 742, dies stellt den Silberstempel dar. Die Ziffern zeigen an, wann das Werk gepunzt wurde (Catello, 1996, S. 16-17). N*A / C ist einmal die Konsularmarke von Nicola Avitabile, Konsole in den Jahren 1712, 1717, 1722, 1726 (Catello, 1996, S.31), und einmal die des neapolitanischen Silberschmieds Ignazio Nasta - ein dokumentierter Künstler tätig zwischen 1725 und 1739 (Catello 1996, S.98). Im oberen Teil der kleinen Kanontafeln hängt ein Lilienkreuz über einem Chor von drei Cherubköpfen. Auf der linken Seite beider Tafeln befindet sich der konsularische Silberstempel von Nicola Avitabile und der von Ignazio Nasta, dem Silberschmied. Der Silberstempel, obgleich vorhanden, ist nicht klar lesbar (Catello, 1996, S. 31, S. 90, S. 16-17).   Im Register der Assunta (Himmelfahrtsorden) Nr. 156, im Hinblick auf die Jahre 1734 - 1745, wurde ein Befund von 1741 zwischen den Kt. 209 s. und 210 Rs. gefunden. Es handelt sich um nicht nummerierte Spesenabrechnungen zugunsten von Ignazio Nasta, ausgestellt für Arbeiten im Auftrag des Kanonikers D. Donato Terlizzi aus Castellaneta. Zu diesen Arbeiten könnten auch die hier beschriebenen Kanontafeln zählen.