| Scheda | 44 |
| Nome immagine | mudima_44.jpg |
| Materiale | Pergament, Aquarell |
| Autore | ignoto |
| Datazione | 1688 |
| Provenienza | Archivio Diocesano sezione di Altamura |
Fundus der Grundstücke der ehrwürdigen Kirchenfabrik der Assunta
Die Fundus (ita. Platea) gehören zur Verwaltungsdokumentation, die zwischen dem XVII. und XVIII. Jh. von der ehrwürdigen Kirchenfabrik der Assunta erzeugt wurden. Die Exemplare dieser Dokumententypologie wurden ursprünglich "Cabreo" genannt , "Platea" hingegen ist der Begriff, der in Süditalien weit verbreitet war. Es handelt sich um Register verschiedenster Größen, die kirchlichen Einrichtungen gehörten und in denen die Gesamtheit der Immobilien zusammen mit den relativen Einkommen aufgeführt wurden. Wie bei den Exemplaren von Altamura war es in einigen Fällen in der Zusammenstellung der Register üblich auch eine gewisse ästhetische Finesse hinzuzufügen: somit wurden vor allem die ersten Seiten mit Illustrationen aus Tinte und Aquarell dekoriert. Beide ausgestellten Fundus sind auf schwerem Papier handgeschrieben, in schlechtem Zustand und teilweise umgebrochen. Der kleinere Fundus weist keine Eintragung auf: auf der ersten Seite, ohne Nummerierung, steht nur das Datum 1688. Die Handschrift mit der der Vermerk geschrieben wurde, scheint jedoch anders zu sein als die, die den Fundus zusammengestellt hat. Auf der darauffolgenden Seite bemerkt man eine Aquarellzeichnung der Maria Himmelfahrt. Im unteren, fehlenden Teil des Blattes, befand sich sicherlich die Eintragung und die Aufschrift des Inhalts. Ein Briefumschlag wurde als "Bindung" für die Blätter benutzt und zum Schutz. Auf dem Umschlag wurde mit Bleistift ein Hinweis auf die Dreifaltigkeitskirche notiert. Im Inneren gibt es jedoch keinen Hinweis darauf, der die Zugehörigkeit der Grundstücke zur Dreifaltigkeitskirche bestätigt und die Aquarelldarstellung der Assunta scheint das genaue Gegenteil zu beweisen. Die im Band verzeichnete Planimetrie der Grundstücke wurden in schwarzer Tinte und ockerfarbener und/oder orangefarbener Aquarellfarbe ausgeführt. Auch die Lage des Grundstücks, die Erweiterung, die Grenzen und eventuelle Anmerkungen zum Verkauf wurden aufgelistet. Der Fundus von 1731 hat das typische Ledereinband mit flachem Kartondeckel und -rücken. Er enthält nicht nur die Planimetrie, Beschreibungen, Grenzen und Erweiterungen des Grundeigentums, sondern auch zahlreiche Abbildungen in Aquarell, sowohl außen, als auch im Inneren. Diese erlauben es Bilder und Schnappschüsse von oft nicht mehr existierender ländlicher Umgebungen und sehr detaillierte Szenen aus dem Bauern- und Hirtenleben zu haben. Die künstlerische Fähigkeit des Schreibers wird bereits in den ersten Seiten dieses Fundus klar, wo die Eintragung zu sehen ist und das Porträt des ehrwürdigen D. Tommaso Gramegna (damals Staatsanwalt), das Porträt des ehrwürdigen D. Sergio Sallicano (damals Staatsanwalt), eine Darstellung der Maria Himmelfahrt, das Prälatenwappen des Erzpriesters De Rinaldis von Altamura und ein Blick auf Altamura mit Stadtmauern. Jahrhundertelang waren die Fundus nicht nur einfache Inventare. Je nach Genauigkeit und Präzision des Schreibers konnten diese zu reichen Informationsquellen über die Vermögensverwaltung, die kulturellen Umwandlungen, eventuelle Notfälle der ländlichen und/oder urbanen Gebäude, usw. werden.



