| Scheda | 22 |
| Nome immagine | mudima_22.jpg |
| Materiale | Silber, vergoldet, gegossen, ziseliert |
| Autore | unbekannter neapolitanischer Silberschmied |
| Datazione | erste Hälfte des XVI. Jh. |
| Provenienza | Kapitelsäle der Kathedrale von Altamura |
| Bibliografia | Boraccesi in La Puglia 2013, S. 331-332. |
Kelch
Der Kelch ist, dank Giovanni Boraccesi, der Kritik bereits bekannt (in La Puglia 2013, S. 331-332). Der Kelch steht auf einer großen gemischtlinigen Basis, der durch vor- und rücktretende Lappen gekennzeichnet ist. Diese werden von Stanzformen verbunden. Entlang des gesamten Umfangs befindet sich eine perforierte Dekoration: ein eingeflechtetes geometrisches Netzwerk. Lilienblüten zieren die gelappten Enden. Verjüngte Bänder verbinden sich im kleinen hexagonalen Knauf voller Perlen. In den Vertiefungen der Verjüngungen, im Inneren der Rauten, werden einige Tieren dargestellt: ein Drache, ein sich aufbäumender Löwe , der einen Busch umklammert, ein Hirschkalb mit Rosette und zwei Adlern, ebenfalls flankiert von Baumzweigen. In einer der Rauten befindet sich das Wappen eines Erzprälaten. In der Mitte des Schaftes, der mit geometrischen Gravuren verziert ist, befindet sich der Hauptknauf. Dieser ist ebenfalls sechseckig und leicht gewölbt. Der gestanzte Fries am Knauf erscheint wie eine Reihe kleiner Säulen. Darüber wird er von vielen Fächern mit Rosetten geschmückt. Die Kuppa ist innen vergoldet und außen von pflanzenförmigen Dekorationen (wahrscheinlich sind es Distelblättern) geschmückt, die den Schaft veredeln. Die plastische Wiedergabe der Ornamente, zeichnet sich deutlich auf dem Werk aus. In den dekorativen Motiven des Kelches, kann man den spätgotischen Einfluss erkennen - besonders im lappigen Fuß mit dem eleganten und leicht zoomorphen Dekor. Anhand des Beispiels der Kathedrale von Matera (Argenti in Basilicata, 2004, S. 142) und des umfangreichen Repertoires, vorgestellt von Boraccesi (2005, S. 54-56, 2013 S.332), zählt das Werk zur wertvollen Serie ähnlicher Stücke, die zwischen der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im sizilianischen Raum verbreitet war. Der Stil dieser Kelche ist der sogenannte "madonita" Stil und neapolitanische Stil. Die Herstellung des betreffenden Kelches kann auf die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts datiert werden. Dies wird durch das eingeprägte Wappen auf der Stützplatte bestätigt: ein Schaf, das sich von rechts nach links drei Ähren nähert. Dieses Wappen gehört Niccolò Sapio - Erzpriester von Altamura zwischen 1529 und 1548 (Tota-Denora, 2012, S.66). Das Wappen des Prälaten kann auf vielen Werken der Kathedralkirche gefunden werden. Der Unterschied zu dem auf diesem Kelch ist, dass die Elemente hierdrauf spiegelverkehrt eingraviert wurden: die Mitra, die drei Weizenähren und das kleine Schaf lassen keinen Zweifel aufkommen bei der Identifizierung des Wappens. Den spiegelverkehrten Abdruck kann man auf eine Ungenauigkeit des Silberschmiedes zurückführen, der das Wappen nicht im Negativ nachbildete. In Anbetracht der starken Verbindung zwischen dem Erzbischof Sapio und Neapel, was die Kommission und Herstellung von Werken betrifft (siehe in dieser Hinsicht das Altarbild der Himmelfahrt und die hölzerne Chorschranke in der Kathedrale von Altamura), kann angenommen werden, dass die Anfertigung des Kelches im neapolitanischen Raum erfolgt ist.



