Scheda37
Nome immaginemudima_37.jpg
MaterialeHolz geschnitzt und bemalt
AutoreFilippo Angelo Altieri (zugeschrieben)
Datazioneca. 1670
ProvenienzaKirche Santa Croce

Kruzifix

Die zufällige Entdeckung des Kruzifixes bezeugt erneut die große und fruchtbare künstlerische Schaffung des Bildhauers Angelo Filippo Altieri aus Altamura. Zu seiner Sammlung kommt noch die Skulptur im "Terzino-Format" hinzu, für die es bisher keinen Hinweis gab. Das Werk folgt dem Thema der anderen und größeren Arbeiten, die zur Serie der Skulpturen der Passion des Alteri gehören. Diese Werke werden in der Kirche des San Sepolcro in Altamura aufbewahrt und befanden sich wahrscheinlich in den dreizehn Kapellen aus dem XVII. Jh. der Via Crucis, die einst entlang der Straßen Altamuras aufgestellt waren. Bei beiden Kruzifixen fängt der Künstler den Moment der Abbüßung dar und konzentriert sich gleichzeitig auf die tragische Wiedergabe des Ereignisses durch erzählende Mittel: der pathetische Ausdruck des Gesichtes und die deutlichen, blutigen Wunden, die sehr recherchierte physiognomische Wiedergabe des Gesichts, umrahmt von wellenförmigen und wohldefinierten Locken, der völlig untergebene Ausdruck, die halboffenen Augen und Mund mit teilweise ersichtlichen Zähnen, der Blutschwall, der aus der seitlichen Wunde herausfließt. Das intensive Pathos, das das Kruzifix von Altamura durchdringt, unterstreicht erkennbare Affinitäten mit themengleichen Werken von Bildhauern, die dem Franziskanerorden angehörten - wie Angelo da Pietrafitta. Er war in Süditalien in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts aktiv und seine Werke kennzeichnen sich durch pietistische Töne ab und einer starken Aufmerksamkeit in der naturalistischen Wiedergabe der Details. Die Auffindung dieses Werkes bietet weitere Details und wirft Licht auf die skulpturalen Aktivitäten und Praktiken des Künstlers in seinem Atelier. Aufgrund der strengen Affinität zwischen dem größeren Werk und der Anmut des Kruzifixes, kann man nicht ausschließen, dass dieses als Vorzeigemodelle in der Werkstatt gedient hat und dem Kunden gezeigt wurde. Diese Praxis wird dank neuerer Studien über die Verfahren in Werkstätten der besten und talentiertesten neapolitanischen Bildhauer des XVII. und XVIII Jahrhunderts bestätigt. Altieri ist mit dieser Realität in jungen Jahren während seines Praktikums in Kontakt gekommen (Aruanno Splendori 2009). Die Zugehörigkeit des Werkes von Filippo Angelo Altieri findet seine Bekräftigung durch den Vergleich mit bereits dokumentierten Werken des Meisters. Ein Beispiel ist der Cristo morto, das in der San Francesco da Paola Kirche in Altamura aufbewahrt wird (Berloco 1987-1988, S. 176- 177, 187). Mit diesem teilt es starke stilistische Ähnlichkeiten und den gleichen modus operandi - erkennbar in den physiognomischen Zügen, in der dramatischen Natürlichkeit des Körpers, in den angespannten Bauchmuskeln, in den tiefen Falten des Lendenschurzes, die seitlich verknotet sind.