Scheda28
Nome immaginemudima_28.jpg
Materialegeschnitztes, bemaltes und vergoldetes Holz
AutoreNicola Antonio Brudaglio
Datazionezweite Hälfte des XVIII. Jh.
ProvenienzaKapitelsäle der Kathedrale von Altamura

Darstellung des Heiligen Veit

Der hl. Veit wird bartlos und in seiner üblichen Ikonographie eines römischen Soldaten dargestellt: mit dem Palmenblatt und dem Kreuz (Symbole des Martyriums) und zwei Hunden an der Leine. Der Kult des Heiligen wird seit dem V. Jahrhundert bezeugt, obgleich nur wenige Nachrichten sicher sind. Die glaubwürdigste hagiographische Quelle ist die des Martyrologium Hieronymianum, in dem von seinem Tod in Lukanien berichtet wird. Somit könnte sich die Ausbreitung in der benachbarten Stadt Altamura erklären. In Europa hingegen ist er bekannt, weil er im Mittelalter zu einen der 14 Nothelfer gemacht wurde . Die Fürsprache dieser Nothelfer wurde als besonders wichtig betrachtet bei der Heilung bestimmter Krankheiten. Schwierig wird es die Grenzen zwischen Passio und Legende zu unterscheiden: Der junge Veit soll von seinem eigenen Vater eingekerkert worden sein zusammen mit seinem Lehrer Modesto und seiner Amme Crescentia - mit denen er oft dargestellt wird. Der Grund war die Weigerung seinen Glauben abzuschwören. Schon in frühen Jahren konnte er Wunder vollbringen. Nachdem er einen gewissen Ruhm erreicht hatte, wurde er vom Kaiser Diokletian nach Rom gerufen, um seinen Sohn zu heilen, der an Epilepsie litt. Trotz der Genesung erlitt Veit das Martyrium. Eine andere Legende erzählt von einem Wunder, das in Sizilien geschehen sein soll: Veit soll zwei Hirten getroffen haben, die verzweifelt waren, weil zwei Hunde ein Kind zerfleischt hatten. Der hl. Veit hätte sich den Körper des Kindes geben lassen und es zurück ins Leben gerufen. Die Hunde als ikonographisches Attribut des Heiligen kann, dank dieser Geschichte, erklärt werden. Das Gewand ist wertvoll und lebendig. Die bewegten Fransen am Panzer und die Dekoration des darunterliegenden Rockes zeugen von der Hand eines originellen Künstlers. Ein Künstler, der die veralteten neapolitanischen Kompositionsschemen der Gestaltung auffrischen konnte, die in Apulien sehr verbreitet waren. Das vom Heiligen getragene Gewand bestätigt einen geschickten Dekorativismus in der kalligrafischen Charakterisierung der Zeichnung: Die Schnitzerei der oberen Rüstung ist raffiniert und elegant. Der Umhang mit den großen und dichten Falten fällt auf den linken Unterarm und hilft dabei den Effekt des Klimax in der Gestaltung der Figur zu brechen und ihr somit Dynamik zu verleihen. Die Statue stützt sich auf einer sechseckigen Platte, die zusammen mit der Krone und der Metalleine nachträglich hinzugefügt wurde. Die Erneuerung der Kompositionsschemen in der Gestaltung der Figur, die Lebendigkeit des Gewandes, der Dekorativismus der Kleidungsstücke, die raffinierte Polychromie des Panzers und der extrem charakterisierte Gesichtsausdruck sind alles Elemente, die die Hand eines erfahrenen, fähigen und bewussten Künstlers unterstreichen. Nicola Antonio Brudaglio ist, in der Tat, nicht fremd in diesem Bereich. Er war in der Terra di Bari tätig und Gründer einer Werkstatt, die in Apulien und in der Basilikata arbeitete (vgl. Splendori 2009 S.). Nach einem sorgfältigen stilistischen Vergleich mit zeitgenössischen und themengleichen Werken, der Geschicklichkeit in der Ausführung, der Kenntnis der neapolitanischen kompositorischen Modelle (angepasst an eine apulische Interpretation), kann der hl. Veit den Fachhänden von Brudaglio tatsächlich zugeschrieben werden. Seine zahlreichen Werke werden noch immer studiert und untersucht.